gematik
Betreibergesellschaft der Telematikinfrastruktur.
Betreibergesellschaft der Telematikinfrastruktur.
Die gematik (Nationale Agentur für Digitale Medizin, vormals Gesellschaft für Telematik mbH) verantwortet seit 2005 Aufbau und Betrieb der TI in Deutschland. Sitz Berlin, Gesellschafter ist seit 2019 mehrheitlich der Bund (51 Prozent), daneben Spitzenverbände der Selbstverwaltung wie KBV, KZBV, DKG, Bundesärztekammer, Apothekerverband und GKV-Spitzenverband. Die gematik definiert Standards, vergibt Zulassungen für Konnektoren, Karten, Fachdienste und KIM-Provider, betreibt zentrale Verzeichnisdienste und steuert Migrations-Roadmaps wie TI 2.0. Aufsicht hat das Bundesgesundheitsministerium. Die gematik gibt selbst keine Praxis-Software heraus, sondern definiert die Spielregeln. Sie ist häufiger Adressat öffentlicher Kritik wegen Verzögerungen und Komplexität, gleichzeitig aber zentraler Treiber der TI-Modernisierung. 2024 wurde die Umwandlung in eine bundeseigene Digitalagentur beschlossen.
Wenn eRezept, KIM oder ePA streiken, ist meist gematik-Infrastruktur betroffen — die Status-Seite gematik.de ist dann erste Anlaufstelle. Spezifikationen der gematik sind zwar öffentlich, aber sehr technisch; für den Praxisalltag reichen die KBV-Übersetzungen meist aus. Ankündigungen zu TI-Migrationen kommen oft mit kurzer Vorlaufzeit, was IT-Dienstleister vor Probleme stellt. Praxen sollten ihre IT-Partner danach fragen, wie sie auf gematik-Updates reagieren. Bei dauerhaften Problemen mit zugelassenen Komponenten lohnt eine Meldung über die KV oder den TI-Dienstleister an die gematik — sie sammelt Vorfälle. Die TI-2.0-Migration zu Software-Konnektoren wird die Hardware-Landschaft in Praxen erheblich verändern.
Hinweis: Dieser Lexikon-Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine rechtliche oder medizinische Beratung im Einzelfall.
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