HL7 / FHIR
Internationaler Standard für medizinischen Datenaustausch — meist in Krankenhaus-IT.
Internationaler Standard für medizinischen Datenaustausch — meist in Krankenhaus-IT.
Health Level 7 (HL7) ist eine seit den 1980er-Jahren entwickelte Standardfamilie für medizinischen Datenaustausch. HL7 v2 ist textbasiert (pipe- und Hat-getrennte Segmente) und bis heute die dominante Variante in Krankenhaus-Informationssystemen weltweit. HL7 v3 war ein XML-basierter Versuch, der sich nicht durchsetzte. FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) ist die moderne, REST- und JSON-basierte Generation, die seit 2014 stark an Bedeutung gewinnt. FHIR setzt sich in Deutschland zunehmend in der TI durch, etwa für ePatientenakte, MIO (Medizinische Informationsobjekte) und elektronische Arztbriefe. Im internationalen Vergleich ist FHIR die Brücke zwischen Klinik, Forschung, Versicherung und mobilen Anwendungen. HL7 wird von der gleichnamigen Standardisierungsorganisation (HL7 International) gepflegt; deutscher Ableger ist HL7 Deutschland.
Für niedergelassene Praxen ist GDT meist relevanter; HL7 und FHIR werden interessant, sobald Sie Klinik-Anbindung, ePA-Integration oder Forschungskooperationen brauchen. Wer Klinik-Befunde elektronisch erhält, sieht typischerweise HL7-v2-Nachrichten im Hintergrund. FHIR-Schnittstellen werden von TI-Anwendungen wie ePA und MIO erzwungen — die Migration läuft schleppend, ist aber strategisch unausweichlich. Wenn Sie KI-Anbieter prüfen, lohnt die Frage nach FHIR-Roadmap auch dann, wenn Sie heute nur GDT brauchen. Praxis-Software-Hersteller integrieren FHIR meist intern, nicht sichtbar für die Praxis. Für Forschungsprojekte (z. B. Versorgungsforschung) ist FHIR oft die Bedingung der Datennutzung.
Hinweis: Dieser Lexikon-Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine rechtliche oder medizinische Beratung im Einzelfall.
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