DMP — Disease-Management-Programm
Strukturierte Behandlungsprogramme für chronische Krankheiten.
Strukturierte Behandlungsprogramme für chronische Krankheiten.
Disease-Management-Programme (DMP) wurden 2002 als Reaktion auf den Risikostrukturausgleich der gesetzlichen Krankenkassen eingeführt. Sie sollen die Versorgung chronisch Kranker nach evidenzbasierten Leitlinien strukturieren. Aktuell existieren DMP für Diabetes Typ 1 und 2, KHK, Asthma, COPD, Brustkrebs, Osteoporose, Depression, Rückenschmerz und chronische Herzinsuffizienz. Voraussetzung ist die schriftliche Einschreibung des Patienten und eine gesicherte Diagnose. Pro Quartal müssen umfangreiche Pflichtfelder dokumentiert werden — Schulungsstatus, Augenarztkontrolle, Fußinspektion, Raucherstatus, Medikation, Laborwerte. Die Doku läuft über strukturierte Datensätze, die von der KV an die Datenstellen übermittelt werden. DMP-Pauschalen sind extrabudgetär und damit attraktiv, aber die Doku-Last ist hoch. Die Verträge zwischen KVen und Kassen unterscheiden sich regional in Details — daher ist immer der lokale DMP-Vertrag maßgeblich.
DMP-Folgequartale gehören zu den unbeliebtesten Doku-Aufgaben in der Praxis: 15 bis 30 Pflichtfelder pro Quartal und Patient, oft ohne erkennbaren medizinischen Mehrwert für den konkreten Termin. Wer 200 DMP-Patienten betreut, verbringt pro Quartal mehrere Tage allein mit DMP-Dokumentation. Häufig ist die Datenstellen-Rückmeldung kryptisch ("DMP ungültig wegen Feld 47") und bremst die Pauschalen-Auszahlung. Eine konsequente Quartals-Routine mit Vorbereitung durch die MFA spart erheblich Zeit. Bei Pflichtschulungen und Augenarzt-Kontrollen entstehen oft Lücken, weil Patienten die Termine nicht wahrnehmen. KI-gestützte Doku kann strukturiert Felder vorbefüllen und Lücken sichtbar machen.
Hinweis: Dieser Lexikon-Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine rechtliche oder medizinische Beratung im Einzelfall.
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