Arztbrief
Strukturierter Bericht eines Arztes an einen Kollegen über Patient, Diagnose und Therapie.
Strukturierter Bericht eines Arztes an einen Kollegen über Patient, Diagnose und Therapie.
Der Arztbrief ist das zentrale Kommunikationsmittel zwischen Vertragsärzten, zwischen Niederlassung und Klinik und zur dokumentarischen Sicherung des Behandlungsverlaufs. Klassische Gliederung: Anrede, Anamnese, Befund, Diagnosen mit ICD-Codes, Therapie, Empfehlung, Schluss-Formel mit kollegialen Grüßen. Pflichtteil bei Überweisungen, Konsil-Anfragen und Krankenhausentlassungen. Rechtlich Teil der Behandlungsdokumentation nach § 630f BGB; Aufbewahrung 10 Jahre, bei besonderen Konstellationen länger. Versendung über Post, Fax, KIM oder als eArztbrief in der TI. Der eArztbrief mit qualifizierter Signatur über eHBA wird zunehmend Standard. Inhaltlich gilt: kurz, klar, vollständig — der empfangende Kollege soll in unter 60 Sekunden den Stand kennen. Lange, redundante oder unklare Briefe sind ein verbreitetes Ärgernis und kosten Behandlungsqualität.
Pro Praxistag entstehen typisch 10 bis 30 Arztbriefe, je nach Fachgebiet. Jeder einzelne kostet manuell 5 bis 18 Minuten — Gliederung, Diktat, Korrektur, Signatur, Versand. Damit ist der Arztbrief die größte Zeitfresser-Aufgabe in der ambulanten Versorgung und der größte Hebel für KI-Entlastung. Eine gute KI-Lösung erstellt aus Anamnese-Mitschnitt und Befund einen Brief-Rohling, den der Arzt in 1 bis 3 Minuten finalisiert. Wichtig sind klare Vorlagen für die häufigsten Brief-Typen (Befundung, Konsil, Verlauf, Entlass-Brief). Vier-Augen-Prinzip ist Pflicht: keine Halluzination darf den Brief verlassen. Kurze Briefe werden öfter gelesen — wer sechs Seiten schreibt, kommuniziert nicht, sondern dokumentiert.
Hinweis: Dieser Lexikon-Eintrag dient der Orientierung und ersetzt keine rechtliche oder medizinische Beratung im Einzelfall.
14 Tage testen, vortrainiert auf GOÄ und ICD-10. Hardware in Ihrer Praxis.